14Wien · 21. August 2026
Je flexibler ein Raum gedacht ist, desto wichtiger wird Orientierung. Sonst wirkt Offenheit schnell beliebig.
Field Notes
Kurze Beobachtungen zu Raum, Wahrnehmung, Bestand, Natur und Technik.
Mich interessiert, wie Räume wirken — nicht nur wie sie aussehen.
2026
14Wien · 21. August 2026
Je flexibler ein Raum gedacht ist, desto wichtiger wird Orientierung. Sonst wirkt Offenheit schnell beliebig.
13Heiterwang · 9. August 2026
Nach starkem Regen sammeln sich Menschen unter kleinen Überständen — selbst wenn größere freie Flächen daneben liegen.
12Zeillerhaus · 29. Juli 2026
Im Zeillerhaus verändern schon einfache Vorhänge die Wahrnehmung des gesamten Raums — nicht wegen ihrer Form, sondern wegen des Lichts.
11Haus im Garten · 14. Juli 2026
Der alte Garten funktioniert im Sommer anders als geplant: Die meisten Aufenthalte entstehen nicht auf der Terrasse, sondern an ihren Rändern.
10Haus im Garten · 2. Juli 2026
Die kühlsten Bereiche im Haus entstehen nicht durch Technik, sondern dort, wo Schatten, Material und Luftbewegung zusammenkommen.
09Museum Grünes Haus · 18. Juni 2026
Menschen bleiben in Ausstellungen selten in der Mitte eines Raums stehen. Fast immer suchen sie zuerst eine Wand, eine Ecke oder einen Übergang.
08Jerzens · 11. Juni 2026
In Jerzens wirken die Geländekanten stärker raumbildend als die eigentlichen Gebäude.
07Kellergarten · 3. Juni 2026
Im Kellergarten bleibt Schnee oft mehrere Tage länger liegen als auf den angrenzenden Flächen oberhalb.
06Heiterwang · 22. Mai 2026
Der Platz vor dem Gemeindehaus wird fast nur genutzt, wenn dort etwas gleichzeitig passiert: Musik, Warten, Gespräch oder Ankunft.
05Heiterwang · Eisheilige 2026
Der Fächerahorn treibt bereits aus, oberhalb der Waldgrenze fällt wieder Schnee.
04Museum Grünes Haus · 15. Mai 2026
Die Kinder im Museum berühren zuerst die Dinge, die niedriger hängen — nicht die, die am stärksten beleuchtet sind.
03Thaneller · Frühjahr 2026
Wer im Außerfern aufgewachsen ist, kennt den Thaneller als dunkle Wand.
Fichte, von unten bis fast zur Baumgrenze. Ein gleichmäßiges Dunkelgrün, das sich über Jahrzehnte kaum verändert hat.
Jetzt wird der Berg heller.
Zuerst nur vereinzelt: ein paar gelbe Kronen im Herbst, ein helles Grün zwischen den Fichten im Mai. Dann plötzlich überall: Buche, Ahorn, vereinzelt Linde.
Die Laubbäume treiben früher aus als die Fichten. Für einige Wochen wirkt der gesamte Hang durchlässiger, fast leichter.
Die Fichte verschwindet nicht. Aber sie zieht sich langsam nach oben zurück — dorthin, wo es kühl und feucht genug bleibt.
Darunter verändert sich der Wald.
Und wahrscheinlich verändert sich damit irgendwann auch das, woraus wir bauen.
2024
02Heiterwang · Frühjahr 2024
Der erste Farn erschien direkt neben der Betonstufe, an der Stelle, an der sich nach Regen Wasser sammelt. Die Nordseite blieb auch im April mehrere Wochen feucht. Dort wuchsen zuerst Farne und Moose, nicht die gepflanzten Stauden.
2016
01Domenig Steinhaus · Oktober 2016
Der interessanteste Raum im Domenig Steinhaus war nicht der große Raum mit Aussicht, sondern der Technikraum. Ein Raum ohne Fenster. Fast übersehen.
Die Tür wurde mit Spionspiegelfolie überzogen. Dahinter ein alter Projektor, ein Bewegungssensor, ein Motor. Sobald jemand den Raum betrat, deckte ein Paddel die Linse ab. Erst in vollständiger Stille öffnete sich die Projektion wieder.
Die Projektion zeigte Biolumineszenz — lebendes Licht aus dem Ossiacher See.
Viele Themen, die in späteren Projekten wieder auftauchten, waren in diesem Raum bereits angelegt: Stille, Wahrnehmung, Schwellenräume und die Frage, unter welchen Bedingungen ein Raum überhaupt bewusst wahrgenommen wird.