Haus im Garten
Ein Haus, das vorhandene Beziehungen weiterführt,
anstatt sie neu zu ordnen.
Heiterwang · Tirol
Feld · zwei Kiefern · Fichtenreihe als Windschutz · Betontreppe
Beginn Garten · erste Pflanzungen · Wege · gemeinsamer Ort
Haus · Betoncarport · Keller · Nordöffnung · Balkon · Kellergarten
verwildernder Bereich · Waldkante · Garten wächst weiter · Kellergarten als eigenes Mikroklima
Das Grundstück war nie leer.
Bevor hier ein Haus stand, gab es ein Feld, zwei Kiefern, eine Betontreppe und eine Reihe Fichten gegen den Nordwind.
Das Haus wurde nicht auf diesen Ort gesetzt.
Es wurde in seine Geschichte eingeschrieben.
Der Garten war zuerst da.
Die wichtigste Orientierung des Hauses ist nicht die Straße und nicht die Sonne.
Sondern ein Garten, der über viele Jahre gewachsen ist.
Die große Öffnung nach Norden entstand nicht wegen einer Aussicht, sondern wegen eines bereits existierenden Landschaftsraums.
Hinter dem Garten
beginnt der Wald.
Ein Teil des Gartens blieb bewusst ungestaltet.
Zwischen den hohen Fichten entstanden mit der Zeit Schattenräume, Feuchtigkeit, junge Bäume und Bereiche, die sich langsam selbst verändern dürfen.
Die Grenze zwischen Garten und Landschaft sollte nicht klar gezogen werden.
Ein Haus zwischen Alltag
und Landschaft.
Haus im Garten entstand nicht aus einer einzigen architektonischen Idee.
Es entstand aus vielen Gesprächen: über Familie, Alltag, Rückzug, Licht, Garten, und die Frage, wie man an einem vertrauten Ort weiterbauen kann, ohne ihn zu verlieren.
Räume unter dem Haus.
Unterhalb des Hauses entstand mit der Zeit ein eigener Landschaftsraum zwischen Beton, Schatten, Pflanzen und Wasser.
Der Kellergarten verbindet Kellerbüro, Nordgarten und Außenräume zu einer kleinen Zwischenwelt unterhalb des Hauses.
Nicht geplant als fertiger Garten, sondern als Ort, der sich langsam verändert.
Das Haus wurde nicht nur geplant.
Große Teile des Hauses entstanden in Eigenleistung — gemeinsam mit Familie, Freunden und lokalen Handwerkern.
Viele Entscheidungen wurden direkt auf der Baustelle getroffen: beim Betonieren, Mauern, Spachteln, Pflanzen, oder beim Bau der Außenräume.
Dadurch entwickelte sich das Projekt Schritt für Schritt weiter.
Ein Ort der weiterlebt.
Haus im Garten ist kein fertiges Manifest.
Manche Dinge funktionieren besser als erwartet. Andere bleiben offen.
Mit der Zeit entstehen neue Blickbeziehungen, Lichtsituationen und kleine Orte, die beim Entwurf noch nicht vollständig sichtbar waren.
Vielleicht liegt die Qualität des Hauses gerade darin, dass es sich nicht abgeschlossen anfühlt.
Heute schauen dieselben Fichten noch immer auf den Garten.
Nur die Wäscheleine fehlt.
Der Garten wächst weiter.
Manche Bereiche des Grundstücks bleiben bewusst unfertig.