Schwarzplan Heiterwang — Übersicht der drei Standorte

Standortkonzept · Wettbewerb · 2026

Heiterwang

Ein Dorf neu ordnen.

Kindergarten, Volksschule und Gemeindehaus teilen sich Gebäude, die nie für ihre heutige Nutzung gebaut wurden. Das Projekt ordnet diese Funktionen räumlich neu — schrittweise, mit dem Bestand, ohne alles gleichzeitig zu verändern.

01 — Ausgangslage

Ein Gebäude, das für alles da ist, ist selten für irgendetwas wirklich geeignet. Der Kindergarten teilt sich Flächen mit der Schule. Die Volksschule verfügt nicht über die Räume, die ein zeitgemäßer Betrieb benötigt. Das Gemeindehaus ist nicht barrierefrei erreichbar. Vereinsnutzungen liegen verstreut über mehrere Gebäude.

Das Projekt versteht Architektur deshalb nicht als Einzelobjekt, sondern als räumliche Neuordnung bestehender Strukturen.

Diagramm — Funktionsvermischung → neue Ordnung

02 — Drei Standorte

Übersichtsdiagramm — drei Standorte im Dorf

Das Konzept trennt Nutzungen, die über Jahre hinweg zusammengewachsen sind. Der Kindergarten erhält ein eigenes Haus. Die Schule bekommt ihre Räume zurück. Das Gemeindehaus wird barrierefrei erschlossen und langfristig neu organisiert.

Die Eingriffe bleiben vergleichsweise klein — die Wirkung auf den Alltag jedoch groß.

03 — Kindergarten

Ein eigener Ort für Kinder.

Der Kindergarten löst sich aus der Abhängigkeit vom Schulgebäude. Er bekommt ein eigenes Haus — mit eigenem Garten, eigenem Eingang, eigener Adresse. Die Pädagogik erhält den Raum, den sie braucht: überschaubar, geschützt, auf Augenhöhe der Kinder.

Der Hügel

An die Stelle des abgebrochenen Gebäudes tritt kein Parkplatz, sondern ein Geländehügel. Er grenzt den Kindergarten vom Straßenraum ab, schützt den Garten auf der Nordseite, nutzt den Aushub sinnvoll — und wird selbst zur Spielfläche.

Schnitt — Kindergarten mit Geländehügel

Mit Wachstum geplant

Der Neubau ist so konzipiert, dass eine Erweiterung ohne Umbau möglich bleibt. Phase 1 deckt den aktuellen Bedarf. Phase 2 ist vorbereitet — im Grundriss, in der Statik, in der Erschließung.

Diagramm — Phase 1 / Phase 2 Erweiterung

04 — Volksschule

Die Schule bekommt ihre Räume zurück.

Der Auszug des Kindergartens schafft Raum — ohne Neubau, ohne großes Budget. Räume, die bisher geteilt oder zweckentfremdet wurden, stehen der Schule wieder vollständig zur Verfügung: Mehrzweckraum, Bibliothek, Lehrerzimmer, Direktion.

Die Schule wird nicht größer. Sie funktioniert endlich richtig.

Bestand weiterdenken

Barrierefreies WC, Plattformlift, eine bessere Verbindung zum Außenraum und die Freilegung des Untergeschosses — kleine Eingriffe, die den Bestand in einen zeitgemäßen Schulbetrieb überführen.

Grundriss — Volksschule nach Reorganisation

05 — Gemeindehaus

Das Gemeindehaus wird zugänglich.

Das Gemeindeamt ist heute nicht barrierefrei erreichbar. Ein kompakter Anbau mit Aufzug und Stiegenhaus löst dieses Problem dauerhaft. Das Gemeindehaus wird abhängig von den Budgetmöglichkeiten geöffnet und modernisiert.

Neue Möglichkeiten

Mit der Barrierefreiheit kommen weitere Optionen: Vereinsräume können gebündelt werden, die Gemeindebibliothek erhält einen festen Platz, Sitzungssäle werden für unterschiedliche Formate nutzbar. Keine verschlossene Tür mehr, sondern ein zugänglicher Raum.

06 — Phasenstrategie

Schrittweise statt gleichzeitig.

Zeitstrahl — Phasen 1 → 2 → 3 → Langfristig

Das Konzept denkt in Phasen, nicht in Großprojekten. Phase 1 — der Kindergarten — schafft die Voraussetzung für alles Weitere. Die Schule kann erst reorganisiert werden, wenn der Kindergarten ausgezogen ist. Das Gemeindehaus folgt, wenn das Budget es erlaubt.

Nicht alles muss sofort gebaut werden. Aber die räumliche Ordnung ist von Anfang an klar.

07 — Was das Projekt löst

  • Der Kindergarten erhält ein eigenes Gebäude mit eigenem Freiraum
  • Die Volksschule bekommt Räume zurück, die sie nie hatte
  • Das Gemeindehaus wird barrierefrei erschlossen
  • Vereinsnutzungen erhalten feste, zugeordnete Flächen
  • Jede Phase ist unabhängig realisierbar
  • Der Kindergarten-Neubau ist für eine spätere Erweiterung vorbereitet
  • Die Gesamtstruktur wird verständlich — für Gemeinde, Nutzer und Fördergeber

Nicht jedes Dorf braucht neue Gebäude.
Manchmal reicht es, Bestehendes neu zu ordnen.

Standortkonzept · Wettbewerb · 2026

Ort Heiterwang, Tirol
Typ Standortkonzept / Wettbewerb
Umfang Kindergarten · Volksschule · Gemeindehaus
Leistung Konzept · Analyse · Umbau- und Entwicklungsstrategie
Status Wettbewerb 2026